Türchen 1 oder Random Acts of Kindness

IN A WORLD WHERE I CAN BE ANYTHING…

I pledge to be kind, to be the reason someone smiles today, and to be the change I wish to see.

1-DezemberIn letzter Zeit lesen wir wieder häufiger Beschwerden über andere Hundebesitzer, die ihre Rabauken ’nicht im Griff haben‘. Immer wieder fällt uns da unser eigenes Gezeter ein. Wie wir andere verteufeln, uns wutentbrannt und stampfend entfernen und DEM DA sämtliche Schimpfwörter an den Kopf werfen, die uns so einfallen. Zumindest im Geiste. Vor kurzem allerdings hatten wir ein Erlebnis, das ließ uns innehalten. Eine sehr unsichere Frau mit sehr aufgeregtem Schäferhund lief vor uns. Als er uns bemerkte, blieb sie stehen und wollte uns – wir waren bis dahin noch alle entspannt – vorbei lassen. Sie hat ihr zugerufen, dass wir genau dort ans Auto müssen, wo sie stand. Nun waren wir nicht mehr entspannt. Der Schäferhund auch nicht. Die unsichere Frau wechselte auf die andere Straßenseite, immer noch auf einer Höhe, auf der wir alle mittlerweile sehr aufgeregt aneinander vorbei gelaufen wären. Im Gezeter war keinerlei Kommunikation mehr möglich. Also machten wir auf dem Absatz kehrt und marschierten davon. Zuerst wollte sie sich ärgern. Aufregen. Schimpfworte werfen. Dann dachte sie jedoch darüber nach, warum die Kommunikation zwischen den Beiden nicht funktioniert hatte. Die unsichere Frau hatte offensichtlich eine ganz andere Idee, die Situation zu lösen. Sie fand das Zetern gar nicht schlimm. Sie dachte nicht darüber nach, welchen Stress ein aneinander vorbei Führen für alle Beteiligten bedeuten würde.

AmberHeader

Auf der Fahrt zur HuTa kreisten ihre Gedanken weiter um dieses Thema. Wie oft mag es schon so gewesen sein? Wie oft hatten die Besitzer der anderen Rabauken vielleicht ein ganz anderes Verständnis der Situation? Ein ganz anderes Weltbild? Eine ganz andere Vorstellung davon, wie ihr Alltag mit ihren Rabauken aussehen und laufen soll? Versteht mich nicht falsch, sobald andere bedrängt und in Gefahr gebracht werden, hört der Spaß selbstverständlich auf, aber in allen anderen Situationen? Selbst wenn es uns nervt, vielleicht versteht uns der andere einfach auch nicht? Und anstelle ihm unser Weltbild aufzudrücken und damit ja auch irgendwie zu unterstellen, dass genau unser Ansatz der einzig wahre und richtige ist, kann sie denn nicht einfach einmal vergeben und vielleicht sogar mit dem anderen Besitzer laut loslachen? Wie oft haben wir schon gemerkt, dass sich eine kritische Situation einfacher auflöst, wenn man über sich selbst lacht. Oder über den anderen. Heimlich dann vielleicht, bevor es Ärger gibt.

RandomActsOfKindness

Sie dachte an die Random Acts of Kindness. Kleine gute Taten. Wahllos verstreute Nettigkeiten über den Tag hinweg. Einfach so. Um die Welt ein bisschen besser zu machen. Ohne viel Aufwand. Gehört das Vergeben nicht auch dazu?

Der Gedanke gefiel ihr und sie nahm sich vor, bei solchen Begegnungen nett zu bleiben. Zumindest die nächsten Wochen. In der Vorweihnachtszeit. Mit den Random Acts of Kindness fiel ihr auch die Karte wieder ein, die ihre Schwester mal bekommen hat. Von einem Fremden. Da stand drauf, ‚Du bist wundervoll, bleib, wie du bist‘. Wie glücklich sie darüber war. Und wie wir uns alle darüber gefreut haben, dass sie so etwas Tolles bekommen hat. Von einem Fremden. Wie nachhaltig fröhlich doch ein klein wenig Aufmerksamkeit machen kann.

Sie lächelte vor sich hin. Und sponn den Gedanken noch ein wenig weiter. Wer hat uns dieses Jahr gut getan? Einfach so? Vielleicht ohne es zu wissen? Und wie können wir uns dafür bedanken ohne großen Aufwand? Einfach nur, um zu zeigen, dass wir ihn als Person anerkennen?

Ein heißer Tee im Thermosbecher am Morgen für die Hundebetreuung. Kaffee zum Probieren aus unserer Lieblingsrösterei für die Nachbarn, mit denen sie stundenlag zur Diskussion über Rabaukenerziehung zusammen sitzt. Selbst gemalte Dankeskarten für die, die uns mit Rat und Tat zur Seite stehen und immer für ein kritisches Gespräch offen sind.

Und nicht zu vergessen – ein kleiner Weihnachtsgruß von mir und meiner schönen Freundin für alle die, die hier fleißig lesen, kommentieren, uns Feedback geben und uns begleiten. Selbst gemalt. Von uns. An euch. Einfach so. Und hoffentlich ein Grund für euch, zu lächeln.

 

Für den Rabauken im Ugly Christmas Sweater einfach hier klicken. Für die hübsche Freundin im Schal klickt ihr hier.

Sie hat die beiden Herrschaften in einen Rahmen gepackt und nun versetzen sie ihr Büro in weihnachtliche Stimmung. Als kleine Erinnerung. An Nettigkeiten einfach so. Und daran, es ruhig angehen zu lassen in der Vorweihnachtszeit.

In diesem Sinne – tut es ihr gleich. Und freut euch schon heute auf den morgigen Artikel von pudelwohl.berlin. Darin wird es um sinnvolle Weihnachtsgeschenke für uns Rabauken gehen.

Kisses, Buddy

31 Gedanken zu “Türchen 1 oder Random Acts of Kindness

  1. Eva schreibt:

    Oh wie schön ihr den Gedanken des Verzeihens und der nächsten Liebe, zu uns Hundehaltern gebracht habt.
    Oh ja wie ich die letzen Wochen geschimpft hab. Es mich geistig einfach nur noch genervt hat, das ständig irgendwer seinen Hund zu uns laufen lässt. Aber du hast recht. Es ist nur mein Weltbild das es sich nicht gehört. Vielleicht macht sich die andere Person darüber gar keine Gedanken, über die Risiken die auftreten können oder sie könnte gerade selber losheulen, weil der aufgebaute Rückruf nicht geklappt hat und die Nerven blank liegen. Vielleicht sollte man in Situationen wo einem etwas gegen den Strich geht aber nichts passiert ist. Seine innere Einstellung überdenken. Einem einmal den Gedanken Nächstenliebe durch den Kopf schießen lassen und verzeihen. Vielleicht sogar ins Gespräch kommen und es kann sich so einiges Wundervolles daraus ergeben.

    Danke das du mir die Weihnachtszeit damit versüßt hast und mich zum Nachdenken gebracht hast.

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    • buddyschreibt schreibt:

      Es freut uns, dass dir unser Gedanke gefallen hat. Wir haben es sogar schon erlebt, dass sich genau dann die Leute bei uns entschuldigt haben, die vorher missmutig an uns vorbei gestiefelt sind, als wir selbst mit Humor reagiert haben. Immer klappt das aber auch bei uns nicht. Habt eine schöne Vorweihnachtszeit!

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  2. Anni und Bruno schreibt:

    Das gibt einen Denkanstoß…. ich hab in letzter Zeit viel darüber nachgedacht, dass man in keinem anderen drin steckt, jeder anders fühlt und denkt und Situationen/Probleme anders löst, sieht, damit umgeht… Ich hab das allerdings aufs Leben allgemein bezogen… auf die Hundeerziehung bis dato nicht… aber es leuchtet absolut ein… ich werde mal intensiver darüber nachdenken 😉

    Und auch sonst… ein sehr toller Beitrag 🙂
    LG Und eine tolle Vorweihmachtszeit 🙂

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  3. lokitheborder schreibt:

    Ohja wie oft ärgere ich mich über andere… Aber du hast recht. Manchmal ist es besser einfach darüber zu lachen und zu vergeben, denn das darüber Ärgern ändert ja auch nichts daran. Somit nehme auch ich mir vor (und nicht nur für die Vorweihnachtszeit) rücksichtsvoller, vergebender und einfach aufmerksamer zu sein 🙂
    Schön geschrieben Buddy!

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  4. Antonietta Matteo schreibt:

    Vor einiger Zeit, unser Auto stand auf einem Parkplatz am Wald, kamen wir gerade zurück und wollten einsteigen. Doch kurz bevor wir da waren, fuhren zwei Autos an uns vorbei und parkten schwungvoll genau vor meinem ein. Hm, dachte ich, das ist ja doof. Da sind bestimmt Hunde drin, die jetzt gleich aussteigen. Und ich weiß nie wie meiner reagieren wird. Also wurde ich langsamer und blieb dann abwartend stehen. Die beiden Männer (jaaa, genau, Männer neigen dann noch eher dazu, einen blöd anzulabern, man solle sich nicht so anstellen… – Vorurteil lässt grüßen) stiegen also aus und sahen zu mir. Der eine fragte mich dann, ob ich vorbei wolle? Ich erklärte, dass ich eben nicht weiß, wie meiner auf ihre Hunde reagiert. Und, oh welch angenehme Überraschung!!!, sie ließen mich vorher mit meinem Hund einsteigen und öffneten dann erst ihre Kofferräume, um ihre Hunde herauszulassen. Mein innerliches Schimpfen, das noch Minuten vorher in mir brodelte, fiel in ein Nichts zusammen. Stattdessen freute ich mich, dass sie Rücksicht genommen haben, unsere Not erkannt haben. Das sind dann wieder die Erlebnisse, die einen aufbauen. Und man die innerliche Brodelei getrost über Bord werfen kann. Und dann muss ich bei Hundebegegnungen, die schief laufen – aus unserer menschlichen Sicht – auch einfach nur daran denken, dass auch der andere Hundehalter evtl. in Not ist. Und kämpft, mit sich und seinem/ihrem Hund. Manchmal schafft man eine gute Absprache und alles passt.

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  5. Jasmin schreibt:

    Was für ein schöner Gedanke zum ersten Türchen. Vielen Dank dafür!
    Und es ist doch wirklich so, dass das ganze Aufregen meist überhaubt nichts bringt, außer das wir uns selber unnötigen Stress machen. Dann lieber einmal tief durchatmen, kurz inne halten, und schon kann es weiter gehen.
    Liebe Grüße
    Jasmin mit Nora, Rico und Sam

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  6. ShivaWuschl schreibt:

    Was für ein schöner Start in die Vorweihnachtszeit! Grade heute hatte ich eine ähnliche Situation. Ich komme auf meinen Lieblingsgassiweg. Nur ein Auto stand schon da. Ich denke schon bei mir: „Toll, Hundeboxen drin – gleich mehrere große…“ Meine Horrorvorstellung schlechthin, weil es eben mit großen Hunden gerne mal rumpelt. Shiva bekommt Panik, ich reagiere mit Überforderung und Gereiztheit und schon kracht es. Aber oh Wunder! Ich komme aus dem Parkplatzwäldchen und sehe zwei junge Frauen, die ihre beiden Hunde sofort anleinen als ich aufkreuze. Wir grüßen und freundlich und ich laufe ruhig vorbei. Alle drei Hunde angeleint, alle drei ruhig und entspannt. Als ich einige Meter weg war, höre ich die eine Frau sagen: „Das war aber ein niedlicher Hund. Aber die war voll schüchtern, hast du gesehen, wie sie sich hinter ihrem Frauchen versteckt hat? Am Besten lassen wir die zwei Monster jetzt dran, hat auch gereicht mit Toben…“ Ich hätte vor Freude losheulen können. Die beiden haben Shiva gut beobachtet und erkannt, dass sie unsicher war und ihre beiden aus Rücksicht dran gelassen. Solche Begegnungen liebe ich.

    Flauschige Grüße
    Sandra & Shiva

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  7. Mara von Aram und Abra schreibt:

    Juhuuu, da isser – der erste Artikel vom Dogblogger Adventskalender! ❤

    Solche Szenarien kennt wohl jeder Hundehalter. Ich tippe darauf, dass es tatsächlich an der unterschiedlichen Wahrnehmung und teils am fehlenden Hintergrundwissen liegt. Auf Diskussionen habe ich dann keine Lust. Meist weiche ich großräumig aus, um allen Beteiligten den Stress zu ersparen.

    Liebe Grüße und eine schöne Vorweihnachtszeit,
    Mara und Abra

    Gefällt 2 Personen

    • buddyschreibt schreibt:

      Wenn wir können, machen wir das auch. Unser Hauptweg ist leider sehr eng – liebevoll Hundeautobahn genannt. Da geht das nicht immer und wir versuchen es deswegen jetzt mit den guten Gedanken. 🙂
      Wir wünschen euch auch eine schöne Vorweihnachtszeit!
      Liebe Grüße

      Gefällt 1 Person

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