Arthus von der Vogelwiese oder Ben schreibt

Mein Name ist Ben. Ben A. Fleck. Sagt sie. Vorher hieß ich Bunny. Nichts davon klingt nach dem, was ich eigentlich bin. Ein Jäger. Ausgebildet. Und gut. Und zwar so richtig. Eigentlich müsste ich einen Adelsnamen tragen. Arthus von der Vogelwiese oder so etwas in der Art.

Doch Namen sind Schall und Rauch. Bei ihr zumindest. Wöchentlich erfindet sie einen neuen für mich. Weil ich komisch laufe, das Haupt nicht erhoben trage, was weiß ich, welche Gründe ihr sonst noch einfallen.

Das mal, damit ihr wisst, mit wem ihr es zu tun habt. Seit Mitte des letzten Jahres bereichere ich nun ihren Haushalt. Zwei weitere tröge Tassen leben noch bei uns. Opi und Omi. Bisschen langweilig im Haus.

Die Omi liegt den ganzen Tag auf ihrem Platz, meist auf dem Rücken. Einen richtigen Thron hat sie da, erhöht mit riesigem Körnerkissen. Nichts für mich. Spielen darf ich mit ihr nicht. Dafür ist sie sich zu fein. So ne Art Wüstenprinzessin oder so was.

Der Opi ist cool. Der kann alles mögliche – Türen zumachen, über bunte Stangen laufen, so auf Gummikissen treten, dass sie den leckerlispendenden Knackfrosch quaken lässt. Ich versuch das auch, quetsche mich dazwischen, werfe mein Haupthaar nach hinten und zeige mein schönstes Sitz. Reicht das nicht, knall ich ihr die Pranke auf den Arm. Aus unerfindlichen Gründen findet sie das irgendwie süss. Knack, knack, knack, regnet es Leckerli.

Wehren tut sich der Opi nie, wenn ich ihm die Plüschtiere abnehme, rennt er hilfesuchend zu ihr.

Glücklicherweise gehen wir oft raus. Dann dreht die Omi richtig auf. Auf der Wiese wo die anderen sind rennt sie wilde Runden. Auf einmal bin ich ihr gut genug, auf einmal darf ich mit ihr rennen.

Der Opi rennt nicht. Er hat was besseres gefunden: Die Bäume, die mitten auf der Wiese stehen, werfen süße Früchte. Die sehen aus wie ein Ball, aber schmecken einfach göttlich. Wenn ich keine Lust mehr habe auf Rennen, gönne ich mir die ein oder andere zum Nachtisch.

Am tollsten Tag war Er dabei. Er ist der, der mehrmals die Woche da ist. Wie von Zauberhand steht Er manchmal auf einmal im Flur. Bei ihr tanzen dann die Herzchen in den Augen. Mich aber macht das am allerglücklichsten. Er ist einfach das Coolste, was ich kenne. Riecht nach Wald, hat sogar ein eigenes Stück davon und wenn wir raus gehen, lobt Er mich, wenn ich Wildwechsel anzeige. Endlich einer, der mein Handwerk versteht.

Deswegen hab ich ihm auch apportiert. Ihm das Spielzeug direkt gebracht. Und bin natürlich zu ihm gelaufen, wenn Er gerufen hat.

Sie rennt an sowas blind vorbei. Jagt mich weiter, treibt mich an. Meistens trage ich dann das orangene Renngeschirr, das sie von einer Freundin für mich bekommen hat. Versteht mich nicht falsch, ich laufe ja gern, aber es ist doch etwas anderes, mit Profis unterwegs zu sein.

Weil sie mir Futter gibt, akzeptiere ich sie trotzdem. Wobei, besser kochen kann ja auch wieder er.

Aber das ist eine andere Geschichte.

Soviel zur Vorstellung, alles weitere folgt demnächst.

Lasst es euch gut gehen.

Kisses für ihn

Ben

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