Life’s a journey not a destination oder mit dem Wohnmobil nach Slowenien

Gerade hatten wir es uns ein wenig bequem gemacht im Zustand der permanenten Faulheit zuhause, da packte sie Auto und Papiere und verschwand. Wenig später war sie wieder da, etwas nervös, machte sich einen Kaffee, zog mir Halsband und Leine an und ging mit mir nach draußen. Zusammen mit der Nachbarin liefen wir ein kurzes Stück. An einem großen weißen Ungetüm machten wir Halt. Sie öffnete die Tür und gemeinsam stiegen wir ein. Huch, wie aufregend! Das Ungetüm hatte alles, was das Reiseherz begehrt – Tisch, Bank, Bett, Bad. Die beiden setzten sich und ließen mir Zeit zu erkunden. Ein wenig später wiederholte sie das gleiche Spiel mit meiner hübschen Freundin. Dann ging die große Räumerei los. Riesige Listen wurden heraus gekramt, Dinge in Plastikboxen verladen, neue Listen geschrieben, Fotos gemacht, Aufkleber gedruckt, und ab damit in Bauch und Körper des weißen Ungetüms. Relativ schnell stellte sie fest, dass die Packerei nicht an einem Tag vollendet sein würde. Dennoch war sie aufgeregt, wollte unbedingt testen, ob wir das Leben im Ungetüm mögen. Also wurden die Reisebetten unter den Arm geklemmt und ab mit uns ins Gefährt. Exsis T 414. Ganz schön eng, aber dank der Schondecken auf der Sitzbank war der Lieblingsplatz für meine hübsche Freundin relativ schnell gefunden. Ich habe mich auf dem Reisebett eingerollt und schnell waren wir eingeschlafen.

Am nächsten Morgen ging es weiter mit den To Dos: Kaffee, Listen, packen, Ladungssicherung. Endlos zogen sich die Vorbereitungen hin. Ein Sturm und Regen ließen sie ängstlich werden. Sollte sie es wagen, gleich die erste große Fahrt unter erschwerten Bedingungen zu beginnen? Als sich die Ladung auch noch quer stellte und ihr einige akrobatische Stunden in der Garage des Exsis bescherte, entschied sie enttäuscht, den Beginn der großen Reise noch zu verschieben und legte sich ins Bett – bereits hier zeigte sich, dass das Wohnmobil die gleiche Flexibiltät von seinen Mitreisenden verlangt, die es selbst zurück gibt. Ganz ruhig konnte sie nicht schlafen, bereiteten ihr der Wind und die potentielle Gefahr der Bauzäune doch einige Bauchschmerzen.

Als sie nach einer unruhigen Nacht im Grauen des nächsten Morgens die Augen öffnete, fand sie jedoch schnell heraus, dass der Sturm es gut mit uns und unseren Reiseplänen gemeint hatte. Schnell wurde weiterer Kaffee gebraut und ich unter das Rotlicht gelegt. Ich wäre anschließend gerne noch ein wenig länger im Bett geblieben, doch gegen ihre Aufbruchsstimmung kam ich nicht an. Sie träumte von einem Sonnenaufgang in ihrer alten Heimat, zusammen mit einem Spaziergang am Main und leckerem Frühstück für uns. Der Regen hatte hierzu andere Vorstellungen, den Spaziergang ließen wir uns dennoch nicht nehmen. Im Wasserguss von oben tobten wir wie die Wilden, fast wäre ich aus Versehen im Main schwimmen gegangen. Ihr Aufschrei holte mich zurück an Land und ich tobte mir die Energie im Galopp aus dem Körper. Bevor sie böse mit mir wurde, fiel ihr gerade noch rechtzeitig der Grundgedanke unserer Reise ein – Entspannung natürlich – und sie ließ mich laufen. Schnell hatte ich mich beruhigt und wir liefen gemeinsam zurück zum weißen Ungetüm. Im noch immer strömenden Regen machte sie uns trocken (danke, Ikea-Badematte), zog uns die Bademäntel an und genoss anschließend ihr Frühstück bevor wir die zweite Etappe in Angriff nahmen.

Regen und Sturmböen auf der Autobahn machten ihr zu schaffen, dennoch wurde sie immer sicherer beim Fahren. Meine hübsche Freundin konnte die Polizeikontrolle bald aufgeben und sich auf der Bank neben mir zusammen rollen. Nach einem kurzen Stopp am Zwischenziel machten wir uns freitags dann endlich wirklich auf den Weg. Um nicht am ersten Abend und im Regen schon in die Verlegenheit der panischen Campingplatzsuche zu kommen, suchten wir uns einen kleinen Platz direkt am Chiemsee. (Die genaue Reiseroute und unsere Tipps und Tricks stellen wir euch bald in einem separaten Beitrag vor.)

Beim ersten Check-In waren wir beide noch sehr aufgeregt. Wir führten uns auf wie die wilden Kerle im Ungetüm. Schnell hatte sie uns jedoch klar gemacht, dass das nicht gewünscht, erlaubt und vor allem nötig ist. Nachdem wir uns einen netten Parkplatz gesucht und uns ein wenig eingerichtet hatten, gingen wir noch eine kleine Runde im Dunklen – natürlich nicht ohne Regen – und schlummerten bald alle selig ein.

Den Blick auf den See am nächsten Morgen wollte sie uns nicht vorenthalten. Das bayerische Meer. Trotz Regen einfach schön. Glücklicherweise hatte sie ihre Gummistiefel dabei, so plantschten wir alle eine gemeinsame Runde durch das Wasser bevor es zurück ans Ungetüm und die Vorbereitung für die Weiterreise ging.

War sie froh, als die Reisebegleitung ab hier das Gefährt übernahm! Zuerst konnte auch sie schwer vom Polizeikontroll- in den Urlaubsmodus schalten, letztendlich aber haben wir drei dann doch die Landschaft an uns vorbei ziehen lassen, während die Reisebegleitung den Exsis sicher und entspannt über die Autobahnen an unser nächstes Zwischenziel Graz lenkte.

Schon während der Fahrt träumte sie von einem Abstecher mit uns zu Hooters – ein unverständliches Relikt aus vergangenen USA-Reisen. Das Restaurant war auch schnell gefunden, allerdings erschreckte uns das Navi gehörig, als es uns erzählte, dass wir mit dem großen Weißen dort gar nicht fahren durften. Bis sich das als falsch heraus gestellt hatte, waren wir bereits an der Eule auf orangener Schrift vorbei gesegelt und so gab es schließlich vernünftiges Einkaufen im Supermarkt. Sie war enttäuscht, ich bewachte das Wohnmobil vom Fahrersitz aus und fühlte mich wie der König der Straße. Nur den blöden grauen Bademantel müsst ihr euch dabei natürlich weg denken!

Für den nächtlichen Zwischenstopp hatten wir einen einfachen Stellplatz gewählt. Der hatte sogar einen kleinen Garten für Hunde, so dass uns der Regen gar nicht mehr so sehr störte. Nachdem wir die nähere Umgebung und am nächsten Morgen erneut den Hundegarten besucht hatten, konnte es endlich weiter gehen nach Slowenien. Eine richtige Reiseroute oder -planung hatten wir aufgrund der gewünschten Flexibilität bis dato nicht. Dafür jedoch den Reise- und die Campingführer, einige Ideen, Screenshots verschiedenster Reiseberichte und das obligatorische Pinterest-Board. Deshalb fuhren wir erst einmal über die Grenze, hielten am nächsten Rastplatz an und suchten anschließend gemeinsam das nächste Ziel.

Wohin es uns verschlagen und wie es uns in Slowenien gefallen hat, was wir erlebt und genossen haben, das erzählen wir euch im nächsten Beitrag.

Bis dahin,

Kisses,

Buddy

 

 

 

3 Gedanken zu “Life’s a journey not a destination oder mit dem Wohnmobil nach Slowenien

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