Slowenien mit Hund und Wohnmobil oder eine Zusammenfassung

Slowenien mit Hund und Wohnmobil oder eine Zusammenfassung

Über unsere Reise nach Slowenien mit dem Wohnmobil haben wir im letzten Jahr live berichtet. Nun werden wir immer wieder gefragt, ob wir denn mal die Route und unsere Erfahrungen zusammen fassen können. Nachdem MiDoggy den Januar nun auch als Reiseplanungs- und Empfehlungsmonat ausgerufen hat – aber gerne.

Da wir kein eigenes Wohnmobil haben und ich das erste Mal ein Fahrzeug dieser Größe gefahren bin, haben wir uns eines geliehen. Obwohl es diverse auf Reisende mit Hund spezialisierte Anbieter gibt, haben wir uns letztendlich für einen Vermieter vor Ort entschieden. Die beiden Hunde waren im Wohnmobil von seiner Seite aus gar kein Problem und er hat mit Rat und Tat zur Seite gestanden bei all den vielen Fragen, die ich hatte. Unseres Erachtens nach wäre der einzige wirkliche Vorteil eines speziell auf Hundebesitzer abgestimmten Verleihs eine eventuelle Box für die Fahrt gewesen, wir haben uns jedoch für Schondecken und Anschnallgurte entschieden und so eine zufriendenstellende Lösung gefunden.

Nach seiner Beratung haben wir den Exsis T414 ausgewählt, der mit knapp unter sechs Metern noch wendig genug für Anfänger ist, jedoch dennoch genug Platz für zwei Personen und zwei große Hunde bietet. Unser Fahrzeug war mit einem Navi ausgestattet, welches aufgrund der Voreinstellungen nur Routen angezeigt hat, die man mit einem Fahrzeug dieser Größe auch fahren kann – sehr praktisch gerade auf den ersten nervösen Fahrten über immer zu enge Pässe. Haben wir die vorgegebene Route verlassen, gab es sofort eine entsprechende Warnung.

Gereist sind wir im September, also ausserhalb der großen Ferien. Hier gleich ein Tipp: Für die Nebensaison lohnt es sich auf jeden Fall, die ACSI Camping Card zu bestellen. Vorsicht, die Lieferzeit beträgt ca. 12 Arbeitstage! Ihr erhaltet für den Preis von ca. 17 Euro auf vielen Stellplätzen einen Festpreis inklusive Strom und mindestens einem Hund, so dass sich der Preis pro Nacht häufig fast halbiert hat. Zusätzlich haben wir auch die ADAC-Karte bestellt, allerdings hätten wir in unserem Fall tatsächlich auch darauf verzichten können. Mit der ACSI-Card erhaltet ihr entweder Zugang zur App oder zwei Stellplatzführer. Da ich zu den Menschen gehöre, die sich gerne durch Blättern inspirieren lässt, war mir die Papierversion lieber. Auf beiden Homepages könnt ihr euch mit Hilfe der Suchfunktion übrigens schon vorab über Stellplätze informieren, auf denen Hunde gern gesehen sind.

Eine feste Reiseroute hatten wir im Voraus nicht geplant. Ich hatte eine grobe Idee im Kopf, was ich gerne sehen wollte, empfinde jedoch eine gewisse Freiheit im Urlaub sehr entspannend. Auch wenn es in Slowenien nicht unendlich viele Stellplätze gibt, so hatten wir doch bis auf einmal das große Glück, immer auf unserem Wunschplatz unter zu kommen.

Aus Deutschland heraus hat man verschiedene Möglichkeiten, nach Slowenien einzureisen. Wir haben uns für die Route über Graz entschieden. Im folgenden findet ihr unsere komplette Reiseroute inklusive der Stellplätze, die ich in der jeweiligen Überschrift verlinkt habe. Vorab vielleicht noch als Anmerkung: Dieser Urlaub stand vor allem im Zeichen der Ruhe, daher haben wir immer versucht, kleine, sympathische Plätze ohne große Bespaßung und TamTam zu finden.

1. Camping Kupferschmiede, Arlaching / Chiemsee

ACSI-Karte akzeptiert, Grasstellfläche. Über eine kleine Fußgängerunterführung ist der Chiemsee in zwei Minuten zu erreichen

2. Reisemobilstellplatz Graz / Österreich

Eigentlich hätte man die Strecke auch in einer Tour fahren können. Wir wollten jedoch nicht im Stress abends noch einen Platz suchen müssen und haben uns daher für einen zweiten Stopp entschieden.

Keine Ermäßigung, eigener kleiner Hundeauslauf, allerdings wäre der niedrige Zaun für meine Hündin kein Hindernis gewesen. Die Stellplätze sind fest eingerichtet. Für Anfänger: ohne Reisebegleitung hätte ich das Mobil niemals rückwärts über den Bordstein gekriegt – ein Einweiser ist hier definitiv von Vorteil.

3. Camping Podzemelj / Metlik, Kolpa, Slowenien

ADAC-Karte akzeptiert. Befestigte Stellplätze. Bei unserer Ankunft war der Platz nach Hochwasser gerade wieder freigegeben, so dass wir die direkt zum Wohnmobilstellplatz gehörenden Sanitäranlagen nicht nutzen konnten. Auf der anderen Seite des Platzes standen uns jedoch die Anlagen der Dauercamper zur Verfügung. Der Platz hat einen Klettergarten, Biergarten und Restaurant. Beides schien bei unserer Ankunft auch von Nicht-Campern recht gut besucht. Da der Wohnmobilstellplatz jedoch etwas abseits vom Trubel liegt, hatten wir dennoch unsere Ruhe, aufgrund der Sondersituation jedoch keinerlei Brötchenservice oder ähnliches. Dennoch ist der Platz meiner Meinung nach empfehlenswert und die Lage wunderschön, einige Mitcamper haben ihn jedoch von der improvisierten Situation verärgert verlassen.

4. Otok Marina Portoroz / Portoroz

Obwohl im Stellplatzführer nicht vermerkt, wurde die ACSI-Karte akzeptiert. Hier steht das Mobil auf einer kleinen Insel auf der Marina, direkt am Meer, allerdings gibt es keinen Sandstrand. Die Sanitäranlagen dürfen nicht genutzt werden, ihr seid hier wirklich auf euer Mobil angewiesen! Auf dem Gelände der Marina gibt es einen kleinen Supermarkt und Restaurants, wir sind jedoch entlang der Promenade nach Portoroz gelaufen und haben dort gegessen. Direkt nebenan gibt es einen weiteren Stellplatz.

5. Kamp Polovnik / Bovec

ACSI-Card akzeptiert. Kleiner Platz mit Hippie-Touch, einer meiner persönlichen Favoriten. Stellplätze auf Gras. Von dort aus sind sowohl das Örtchen Bovec mit Supermarkt und Bäcker sowie Restaurant (Empfehlung von Freunden: Dobra Vila Bovec) als auch der Alpe Adria Trail als Ausgangspunkt für wundervolle Wanderungen entlang der Soča fussläufig zu erreichen. Die Pizza des Restaurants direkt am Campingplatz ist ebenfalls sehr zu empfehlen!

6. Kamp Danica / Bohinjska Bistrica

Ursprünglich geplant war Camp Zlaterog Bohinj direkt am See mit Blick auf die Berge. Allerdings war dieser Platz leider geschlossen, so dass wir missmutig auf Kamp Danica ausgewichen sind. Völlig zu unrecht. ACSI-Card akzeptiert, schön am Fluss gelegen, Ausgangspunkt für eine wundervolle Komoot-Wanderung an die Quelle der Bistrica und das zugehörige Restaurant sehr zu empfehlen! Stellplätze frei wählbar auf Gras. Supermarkt, Cafés und Bäcker sind ganz in der Nähe und gut zu erreichen. Mal ganz abgesehen davon, dass sie Buddy mit ihrem Sauerkraut das Leben gerettet haben: Kaffeesatz mit Sauerkraut oder weiter mit dem Wohnmobil durch Slowenien

Eigentlich wollten wir dann noch nach Bled. Der einzige Platz mit Hundebetreuung und Bespaßung. Das Wetter hat jedoch einfach nicht mitgespielt, so dass wir uns schweren Herzens vom wunderschönen Slowenien verabschiedet haben. Jedoch nicht ohne das Versprechen, auf jeden Fall wieder zu kommen.

Wer jetzt ins Träumen geraten ist, für den haben wir noch ein paar Empfehlungen:

Dieser Artikel ist Teil einer Serie. Wenn ihr mehr über unsere Reise lesen und Fotos sehen wollt, könnt ihr das hier oder hier und hier.

Als Reiseführer hat uns der von Marco Polo gereicht. Er ist handlich, bietet erste Informationen und einen guten Überblick über die Möglichkeiten im Land. Einiges haben wir auch über Pinterest gefunden, die tollen Bilder dort erwecken bei mir häufig das „da will ich dringend auch hin“-Gefühl.

Zu guter Letzt waren uns die Tipps von wiederunterwegs.com eine große Hilfe. Angelika Mandler-Saul hat einige Artikel über Slowenien und das Reisen mit Hund und Wohnmobil verfasst. Wunderbar, um sich in den Urlaub zu träumen und Inspiration zu holen.

Habt ihr Fragen? Wir beantworten sie euch gerne. Viel Spaß beim Planen, Träumen und vor allem: Erleben.

Sie

PS: Alle Links dienen nur zu eurer Information und einfacheren Planung, wir wurden für diesen Artikel nicht gesponsert und erhalten keine Vorteile aus der Verlinkung.

6 Gedanken zu „Slowenien mit Hund und Wohnmobil oder eine Zusammenfassung

  1. oh wie toll – das weckt gleich das Reisefieber in mir, danke für diesen Beitrag.
    Wie schade, dass der beste aller Männer an meiner Seite so vehement gegen Wohnmobil-Urlaub ist.
    Aber vielleicht kann ich ihn doch noch irgendwann überzeugen.

  2. Vielen Dank für die Tipps. Das ganze Thema Reisen mit Hund und Camping/Wohnmobil/Bus interessiert mich sehr. Leztes Jahr haben wir einen Rundtrip durch Deutschland mit Bus und Hund gemacht. Das war wirklich toll. Wir wollten auch mal die schönsten Seiten unseres Landes sehen. Den Bericht findest du hier: https://talesandtails.de/2017/08/29/roadtrip-mit-hund-durch-deutschland/
    Dieses Jahr ist eine Tour nach Großbritannien geplant, aber Slowenien steht auch schon lange auf meiner Liste.
    Liebe Grüße

    1. Oh, toll! Das sind so viele Ziele dabei, die wir auch noch sehen wollen! Und die Kanubilder darf ich meinen nicht zeigen, seit unserer ersten Tour wollen sie ständig in jedes Kanu. Auf euren Bericht über die Tour nach Großbritannien bin ich auch sehr gespannt. Bei uns gibt es dieses Jahr auch wieder einen Roadtrip. Leider ohne WoMo und das Ziel wird erst im Februar verraten ;-).

  3. Toll, dass du eure Reise noch mal zusammengefasst hast. Wirklich sehr schöne Plätze habt ihr entdeckt. Wir sind ja immer nur auf der Durchreise nach Kroatien in Slowenien. Vielleicht bleiben wir das nächste Mal ein wenig länger… Und dass deine Hunde beide auf der Rückbank Platz hatten ist erstaunlich. Bobby hat alleine nicht drauf gepasst. Da merke ich wieder, wie groß er doch tatsächlich ist.

    Bin schon sehr gespannt, wohin es bei euch in diesem Jahr geht! Liebe Grüße von Andrea

    1. Ich kann es euch wirklich nur empfehlen, vor allem das Soca-Tal. Wir hatten im Mobil eine L-Bank, so dass jeder für sich einen Teil für die Fahrt zur Verfügung hatte. Nach und nach ist Ambers Teil jedoch immer größer und Buddys Teil immer kürzer geworden. Fürs Schlafen lässt sie sich als Windhund ja prima falten und hat auch oben auf der Bank gelegen während er sein Bett im Fußraum neben der Küche hatte. Für Füttern etc. war es schon etwas lustiger, wenn man nicht raus in den Regen wollte… Amber, spring mal runter, geh mal nach hinten, Buddy, hier rüber, ok, Napf hinstellen, aus der Schusslinie, holt’s euch :-D. Im Großen und Ganzen ging es aber wirklich gut. Für dieses Jahr werden wir das Geheimnis bald lüften! Liebe Grüße von uns

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.