Green light oder die Sache mit den Anglern

Es dämmerte bereits. Um den Sonntag zu verabschieden, wählten sie die Abendrunde am Fluß. Es war wunderschön. Still, nur das Gluckern und Rauschen des Gewässers war zu vernehmen. Traurig wurde sie als sie realisierte, dass es bereits ein wenig früher begann, dunkel zu werden.

Kaum hatten sie die erste Biegung passiert, entdeckte sie am Ufer des Flusses ein kleines grünes Licht. Sollten das etwa Glühwürmchen sein? Ihre Laune besserte sich ein wenig und sie drückte die Augen zusammen, um besser sehen zu können. Da – noch eins! Und da! Ein weiteres!

Plötzlich ertönte ein tiefes Grollen. Sie blickte hinab und sah die hübsche Freundin das Ufer fixieren. Dann erblickte auch sie die beiden Angler. Den Rollstuhl hatten sie am Wegesrand abgestellt und mit einer Warnweste gesichert. In Decken eingehüllt saßen sie am Wasser, die Angeln mit grünen Knicklichtern markiert, wartend auf den dicken Fang.

AllesImBlick

Sie musste lächeln – was für ein wunderschöner Abschluss für ein Wochenende! Sie stellte sich die beiden Männer stundenlang schweigend nebeneinander sitzend vor, völlig entspannt und stumm auf das Spiel des Wassers starrend. Reicht die Decke nicht mehr zum Wärmen, wird die Thermoskanne mit dampfendem Tee ausgepackt und nach ein paar wärmenden Schlucken ebenso stumm an den Nachbarn weiter gereicht.

Thermos1

Mitten in diesen Gedanken machte die hübsche Prinzessin einen Satz nach vorne. Auch der Labrador richtete sich auf und begann zu knurren. Offensichtlich schienen die beiden den Anblick eher unheimlich zu finden. Sie setze sie ab. Das Grollen und Knurren verebbte, dennoch ließen die beiden die Angler nicht aus den Augen.

Als sie sich ein wenig beruhigt hatten, setzten sie ihren Weg fort.

Auf dem Rückweg das gleiche Spiel: Der Labrador machte sich groß, die Rute zum Imponieren aufgerichtet. Den empörtesten Gesichtsausdruck aufgesetzt knurrte er Richtung Ufer. Die Prinzessin fixierte das selbige, grollendes Knurren ließen einen weiteren, viel größeren und gefährlicheren Hund in ihrem Körper vermuten.

Sie setzte sie wieder ab und grüßte unauffällig zu den Anglern hin, die sich jedoch weder stören noch zu einem Gruß verleiten ließen. Stattdessen wurde die erste Angel aus dem Wasser gezogen und ein leichtes Klingen hallte hinüber. Die hübsche Freundin spitze die Ohren. Auf einmal verstand sie – der Klang von Halsbandmarken! Sollte das das Problem gewesen sein? Sie musste lachen. Die Rabauken blickten zu ihr auf und wedelten. Immer noch lachend strich sie ihnen über den Kopf und sie traten gemeinsam den Heimweg an.

UntenAmFluss

Lasst es euch gut gehen!

Sie

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