All by myself oder Buddy allein zu Haus

MiDoggy’s monatliche Parade dreht sich diesmal darum, ob wir Rabauken manchmal zuhause bleiben müssen und wie das bei uns klappt.

Sie findet es wichtig, dass wir das können, damit nicht bei jeder Gelegenheit jemand Fremdes für uns verantwortlich sein muss.

Daher haben wir das alleine sein schon früh gelernt. Als ich zu ihr gezogen bin, hat sie noch in einer WG gewohnt. Da sie gelernt hatte, dass Rabauken oft mit großen Räumen überfordert sind, gab es für mich in ihrem Schlafzimmer ein Bett sowie eine große Hundebox, an die ich mich schon gewöhnen sollte, weil wir wussten, dass sie mich eines Tages mit im Flugzeug transportieren möchte. Auch wenn ich mich oft wie ein Schoßhund benehme, bin ich fürs Handgepäck doch etwas zu groß. Die ersten Schritte zum alleine bleiben hat sie mir beigebracht, wie es die Bücher vorsehen: Wir waren am Strand, hatten getobt, ich war müde, sie hat mich auf meinen Platz gebracht. Meistens gab es dort für mich einen Knochen oder einen gefüllten Kong. Sobald ich damit beschäftigt war, hat sie den Raum verlassen, die Tür geschlossen und mit ihrer Mitbewohnerin zu Abend gegessen.

Richtig viel Zeit, das langsam auszuweiten, hatten wir nicht, da sie nach ein paar Tagen Urlaub wieder zurück ins Büro musste. Mich mitzunehmen, daran war in einem muslimischen Land niemals nie zu denken. Meistens ist sie dann spät aus dem Haus gegangen und die Mitbewohnerin früh, so dass diese dann auch früh wieder zuhause war und mich in den Garten gelassen hat. Daher war ich nie sehr lang allein.

Nachdem ich ihr bewiesen hatte, dass ich brav sein kein, blieb die Tür zum Schlafzimmer angelehnt, so dass ich mich frei im Haus bewegen konnte. Damit war ich auch nicht mehr ganz allein, denn die Miezen sind tagsüber hin und wieder zu mir zurück gekommen und haben sich von all ihren Erkundungen ausgeruht. Hin und wieder war mir trotzdem etwas langweilig. Die Mitbewohnerin hatte die tollsten Sachen dagegen: Flip Flops mit Bastblumen, Oberteile mit langen Schnüren zum Binden und Plastikflaschen, die auf dem Couchtisch standen. Auch wenn sie sich immer liebevoll darüber lustig gemacht hat, dass die Mitbewohnerin wohl noch nie mit einem Rabauken zusammen gelebt hat, bin ich mir sicher, dass diese mir in Wahrheit kleine Liebesbeweise hinterlassen hat.

Miezbesuch2

Als meine hübsche Freundin dann dazu kam, haben wir wieder von vorne angefangen: Zuerst gemeinsam im Schlafzimmer und so weiter.

Im zweiten Haus hatten wir dann ein eigenes Spielzimmer für uns – was hatten wir für einen Spaß! Die Möbel haben wir dekoriert und kreativ umgestaltet, wie es uns passte, aus unseren Decken haben wir lustige Schneeflocken gebastelt und das ein oder andere Mal haben wir unsere Spielzeuge auseinander genommen, damit sie abends auch etwas zu tun hat. Leider ist sie nicht sonderlich mit Geduld gesegnet und unsere selbst gestalteten Puzzle haben ihr keinen Spaß gemacht.

ItsGonnaBeAPartyYo

„Step into the crib with me tonight (What’s up baby) / Buddy’s in the mood to make it right / Word is gettin‘ all over town / The party’s over here and gettin‘ down, yeah
Paws in the air / Drinks everywhere / Party in the hills / Keepin‘ it real / She’s out of town / Ladies all around / Me and the crew doin‘ what we do“ (frei nach R. Kelly / Home alone)

Mit jedem Umzug – und davon haben wir ja nun einige hinter uns – hat sie das alleine bleiben wieder neu mit uns geübt. Ehrlich gesagt war es für uns am Anfang in neuen Umgebungen schon etwas gruselig und ungewohnt und ich habe öfter gebellt, da ich mir bei manchen Geräuschen einfach nicht sicher war. Habt ihr schon mal gehört, wie es sich anhört, wenn ein Postbote Briefe in allen Briefkästen verteilt oder Fremde vor unserer Haustür reden? Da habe ich besser einmal mehr angeschlagen, bevor uns noch etwas passiert! Bis wir also wissen konnten, dass uns keine Gefahr droht, hat sie uns jedes Mal aufs neue sachte heran geführt – Türen im Haus geschlossen, kurz das Haus verlassen, um Müll raus zu bringen oder einkaufen zu gehen, bis hin zum entspannten alleine bleiben.

Heute haben wir ein festes Ritual. Möchte sie gehen, schickt sie uns auf unseren Platz. Das sind noch immer die Flugboxen, die sind riesig, stehen unter der Treppe und haben Matratzen plus Decke für uns. Dadurch haben wir eine richtig kuschelige Höhle darin und liegen gerne und oft dort.

Anschließend legt sie uns ein Leckerli vor die Nase. Wir dürfen es nicht einfach nehmen, sondern müssen brav warten. Manchmal ist sie richtig gemein und zieht sich dann erst noch Schuhe, Uhr, Schmuck, Schal, Jacke, Mütze an und packt jedes benötigte Teil einzeln in ihre Handtasche. Dann geht sie zur Tür und gibt uns die Leckerlies frei. Ich weiß nicht, ob das eine tatsächliche Grundlage hat, sie denkt jedoch, dass damit ihr Abgang für uns mit etwas positivem verbunden ist. Außerdem sind wir erst einmal für einen Moment beschäftigt.

Alleine bleiben hat sie übrigens auch einzeln mit uns geübt, weil es immer Situationen gibt, in denen sie nicht uns beide mitnehmen kann.

AlleinFuerDiePrinzessinKeinProblem

Nun hat miDoggy aber ja auch gefragt, wie das alleine bleiben klappt. Sagen wir so – wir können es, sie macht sich keine Sorgen, wenn sie uns alleine lassen muss. Wir kommen gut alleine klar. Will heißen, ich kann mich gut alleine beschäftigen. Will heißen, ich mache mich gelegentlich nützlich und kümmere mich um Altpapier, Briefumschläge oder den Plastikmüll, den sie auf dem Weg nach draußen vergessen hat. Und bin mir sicher, dass es sich hierbei in Wahrheit um Liebesbeweise an mich handelt.

KuemmernUmsAltpapier

„Tschüß“ sagt sie übrigens nie wenn sie geht. Dafür aber immer „bis später“. Das ist ein kleiner Tick von ihr, den sie von einem Freund übernommen hat. Denn „tschüß“ sei ein Abschied für immer, „bis später“ nur bis zum nächsten Wiedersehen.

In diesem Sinne – bis später!

Kisses, Buddy

 

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