Oxytocin oder Fachwerk im orangenen Licht

Freitag nach einer wilden Woche. Das Rad drehte sich unermüdlich; während andere elegant an mir vorbei joggten, klammerte ich mich ängstlich an den Rand.

Überschlag

Die Freude des Tages der offenen Tür noch in den Knochen, setzte ich mich mit der Realität meiner Zahlen auseinander. Ohne Seil, Netz und doppelten Boden. Dafür mit einer Menge Cheerleader am Rand.

Überschlag

Buddy würgt in meine Überlegungen hinein. Seit seiner letzten Behandlung ist zu viel Zeit vergangen, ich setze den Laser an, hole ihn zu mir, packe ihn unters Rotlicht, wir üben draußen. Er ist fröhlich. Das Schmerzmittel geht zur Neige, der Husten wird mehr. Mein Rücken schmerzt.

Überschlag

Ich ziehe die Gewinner der Lose, freue mich für all die, die gewonnen haben, die neuen Gesichter, die ich kennenlernen darf, die Hunde, denen ich helfen werde.

Die Vibration der Heizung bringt mich aus dem Konzept. Ich klettere auf den Dachboden, das Sternenlicht des fehlenden Abenteuers ein Stich ins Herz.

Überschlag

Es ist 01.30 Uhr. Ich habe geschlafen, Hunde und Katzen warteten geduldig neben mir. 20 Minuten für dich sind eine ganze Menge, sagt Christin.

Ich atme durch. Der Schwarz-Weiße hüpft eingedämmt fröhlich vor mir, Erwartung in seinen Augen. Buddy lugt ums Eck, Amber steht stoisch vor der Tür.

Mein ängstliches Herz weitet sich. Oxytocin. Es wird schon alles gut werden. Ich ziehe sie an, alle drei, öffne die Haustür.

Die Bäckerei ist bereits fleißig, die Erinnerung an den Versuch, sich mit der Sonntagsmorgens-Schicht Sicherheit zu verschaffen, kann das Produkt im Ofen genau benennen.

Ich atme tief ein, noch immer schneit es und das Fachwerk im orangenen Licht ist eines der schönsten.

Schnee, der die Sicht vernebelt

Wir stapfen um die Ecke, ich weiß nicht, ob Ben schon einmal Schnee gesehen hat. An der nächsten Ecke laufen wir in den Nachbarn, Schreck, nervöses Lachen, wer rechnet um diese Uhrzeit schon mit anderen.

Ich entwirre Leinen, straffe die Schultern, atme mir die Unternehmerin zurück in den Körper.

Es ist nur kurzer Schneeregen, der dir die Sicht vernebelt, geh mutig einen Schritt voran, du wirst sehen, du bist auf dem richtigen Weg.

Die Hundenasen stupsen mich an, warten auf ihre Belohnung. Das leise Mahlen der Zähne knirscht durch die Kopfsteinpflasterstraße.

Ich zücke das Handy. Mache ein Bild. Brenne ihn mir ein, den Schnee, der macht was er für richtig hält und dabei genau richtig ist.

Gebe leise ein Versprechen. Adler müssen fliegen.

Beim Hineingehen stupsen mich die Hundenasen an. Sie warten auf ihre Belohnung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.