Whatever floats your boat oder unterwegs mit dem Hundekanu

Im Rahmen ihrer Gedanken, dass wir unsere gemeinsame Zeit viel mehr genießen möchten, ist mal wieder eine wahnwitzige Idee entstanden: Wir gehen Hundekanu fahren. Eine richtige Kanutour. Wir alle zusammen. Sie hat doch tatsächlich einen Mitstreiter gefunden, der mutig (wahnsinnig?) genug war, sich bereit zu erklären, mit ihr und uns Rabauken ins Boot zu steigen. Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass sie gar nicht so wirklich sicher schwimmt und meine hübsche Freundin Wasser auch eher bis maximal Bauchberührtiefe in Ordnung findet. Aber –  wie heißt es so schön? Bad ideas make the best memories?

Am Pfingstsonntag war es dann soweit. Das Wetter war eher gemischt, die Müdigkeit und die Nervosität groß. Dennoch hat sie unsere Taschen gepackt und los ging es am – zumindest für einen Feiertag – frühen Morgen in Richtung Treffpunkt an der Wuppertalsperre. Die Guides hatten kleine Stärkungen für die Rabaukenbesitzer vorbereitet und die Teams konnten sich erst einmal kennenlernen, bevor wir starten sollten.

Jedes Kanu wurde mit rutschfesten Bodenmatten und einer wasserdichten Tonne ausgestattet. Die Rabaukenbesitzer haben Pflichtschwimmwesten bekommen, wir durften eine tragen, wenn wir das wollten. Klar wollte ich – ich sehe ja wohl megaschnittig damit aus!

Schnittig

Die Kanus waren schon aufgebaut, so dass wir schon einmal trocken das Ein- und Aussteigen üben konnten. Der ein oder andere Rabauke fand das eher gruselig, aber im Großen und Ganzen waren wir alle schnell für unser neues Gefährt zu begeistern.20170604_103758 Gleichzeitig wurden uns die ersten Tipps mit auf den Weg gegeben. Ein Teil der Gruppe hat währenddessen die Autos an den Zielort gefahren. Kaum waren wir wieder vereint, ging es auch schon los. Die Kanus wurden nach und nach ins Wasser gelassen und wir sind eingestiegen. Diesen Schritt haben wir schon mal gemeistert, ohne ins Wasser zu fallen. Vor lauter Aufregung musste ich mich erst einmal über den Rand des Kanus lehnen um etwas zu trinken – wow, was war die Aufregung bei meinen beiden Paddlern auf einmal groß! Panik! Wackelige Angelegenheit! „Nein, Buddy, nein, hör auf!“ Ist ja gut! Was stellt ihr euch denn alle so an? Easy, Freunde! Glücklicherweise habe ich mit ihnen ein Entspannungssignal trainiert. Legen wir uns hin, entspannen die beiden Paddler sofort. Also los, Amber, hinlegen, damit hier mal ein wenig Stress aus der Angelegenheit genommen wird!

Die ersten Meter waren eher Zick-Zack als voran. Vor allem sie war völlig panisch, dass wir am Ufer oder sogar im Wasser landen könnten. Gut, dass sie nicht alleine mit uns im Boot war und vor allem nicht gelenkt hat! Nach wenigen Minuten jedoch konnte sie sich schon nicht mehr gegen die Schönheit der Natur um uns herum wehren und begann, zu entspannen. Ich lag gemütlich vor ihr zusammengerollt, meinen Kopf auf dem Rand des Kanus, und ließ mich treiben von den Wellen und den Eindrücken um uns herum. Die hübsche Freundin hatte es sich vor unserem Kapitän und Steuermann bequem gemacht. Ein Pferd galoppierte wiehernd über die Wiese, vor uns schwamm ein Schwan im erfolglosen Versuch, sein Revier gegen die sich nähernde Truppe zu verteidigen.

Nach 2 km legten wir die erste Pause ein. Puh, was waren wir froh, wieder festen Boden unter den Pfoten zu haben! Die hübsche Freundin ist erst einmal wie ein abgeschossener Pfeil den Abhang hoch geflitzt, ab in die Gruppe der rastenden Segway-Fahrer und angeleinten Hunde. Sie natürlich direkt hinterher, Zeter und Mordio und nichts mehr mit Leinen los. Kurz durften wir dann aber doch noch mit dem Rest der wilden Meute toben, während die Jungs die Kanus zum Weiterfahren über die Brücke getragen haben. Der dortige Strand hat uns schon fast in karibische Stimmung versetzt und wir haben alle erst einmal wild gespielt.

Dann wollten die Paddler jedoch schon wieder weiter. Nass und glücklich stiegen wir zu ihnen in die Kanus und rollten uns zusammen. Besser gesagt, ich rollte mich zusammen. Die hübsche Freundin mit dem Prinzessinnenplatz in der Mitte streckte die Beine aus und ließ sich die Sonne auf den Pelz scheinen.

Langsam fingen auch die Paddler an, wirklich zu genießen. Der Strand verabschiedete sich mit ein wenig Sonne, die sich auf den Wellen brach wie kleine funkelnde Sterne. Links und rechts nichts weiter als absolute Ruhe und hier und da ein zeltender Badegast. Die Truppe hatte ihren Rhythmus gefunden und bewegte sich gleichmäßig voran. Zu hören war nichts außer dem Plätschern der Paddel im Wasser.

Der zweite Teil der Route sollte ein einfacher werden. Rückenwind stand auf dem Programm. Sollte. Denn auf einmal fingen wir wieder mit dem Gezacke an – was soll das? Zick und Zack, Hin und Her, 360 Grad, bremsen, puh, ich komme nicht mehr vorwärts. Paddler, was ist los? Der Guide griff ein und versuchte, weitere Techniken zu erklären, aber es war aussichtslos. Die Kanuten hatten den Rhythmus verloren und kämpften sich bis zur völligen Erschöpfung an den nächsten Pausenpunkt.

Hier konnten wir ungestört flitzen, zum Zetern wäre sie auch sowieso zu müde gewesen. Wasserdichte Tonnen wurden geöffnet, Riegel, Studentenfutter und Leckerlies für die Rabauken hervorgeholt und gestärkt. Die wundervolle Aussicht? Nebensache, zuerst einmal mussten wir wieder zu Kräften kommen! Dann wurden aber doch die ersten Fotos geschossen und schließlich die ganze Gruppe gemeinsam verewigt.

Pünktlich zum dritten und letzten Abschnitt gab es dann noch ein wenig Nieselregen. Mir war das egal, überwältigt von all den schönen Eindrücken habe ich mich nah an sie heran gekuschelt und mich einfach treiben lassen. Sie hat mir immer wieder zart über den Kopf gestrichen um mir zu zeigen, wie sehr auch sie den Moment genießt. Was macht es schon, wenn die Beine kribbeln und der Rücken schmerzt, solange doch ein glücklicher Hund vor dir schlummern kann?

Kuschelfahrt

Erschöpft und abgekämpft sind wir dann schließlich alle am Zielpunkt angekommen. Die Rabaukenbesitzer haben allesamt glückselig vor sich hin gestrahlt, keiner hatte erwartet, dass es so schön werden würde und alle waren stolz darauf, was sie geleistet hatten. Selbst die Rabauken, die sich zuerst noch mit allen Vieren gegen das Kanu gewehrt und es verbellt hatten, waren am Ende zu begeisterten Kanuten geworden.

Eigentlich hätte der Tag noch mit einem Grillen abgeschlossen werden sollen, da es jedoch genau dann anfing zu schütten wie aus Eimern haben sich meine Paddler für nach Hause und Vierersofa entschieden.

Dagegen haben wir sowieso nie etwas einzuwenden. Die Erholung war auch ziemlich nötig. Endlich zuhause angekommen, waren wir allesamt fix und fertig. Auch am nächsten Tag konnte sie uns mit Vorschlägen von Wanderungen durch den Wald nicht von unseren Betten locken.

Fazit: Dies war eines der tollsten Erlebnisse, die wir jemals gemeinsam hatten. Wir können euch nur empfehlen, es einmal auszuprobieren! Gefahren sind wir insgesamt eine ca. 8km lange Tour über die Wuppertalsperre. Touren auf einem See eignen sich am ehesten für Anfänger und Kanufahrer mit einem oder mehreren schweren Hunden. In unserer Gruppe ist tatsächlich auch niemand gekentert, obwohl zu Beginn alle die gleichen Ängste hatten. Veranstaltet wurde unsere Tour über Das Hundekanu.

Wart ihr auch schon einmal auf einem Kanu fahren?

Kisses, Buddy

2 Gedanken zu “Whatever floats your boat oder unterwegs mit dem Hundekanu

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