Hey Schnalle oder der Hundegurt fürs Auto – Test und Vorbereitung

Brust raus, Pfote durch, Kopf rein. Perfekt schmiegt sich die schwere Uniform an meinen muskulösen Oberkörper. Schwer ist das Ding. Ich fühle mich wie ein Polizist. Einmal im Leben zumindest. Für die Polizeiaufgaben ist sonst eher meine hübsche Freundin zuständig. Aber heute sehe ich zumindest aus wie einer!

PolizeiAktion

Ein Polizist in Aktion darf auch mal verschwommen sein!

Direkt beim Anziehen ist uns aufgefallen, dass das vielleicht nicht jederhund gemacht hätte. Ohne Klickschnallen und über den Kopf. Auf der anderen Seite, wo keine Schnalle, da kann natürlich auch nichts auseinander reißen im Falle eines Aufpralls.

Warum überhaupt Gurt?

Überhaupt Aufprall – von was reden wir? Und warum? Ok, eins nach dem anderen: Für unseren Urlaub haben wir ein Wohnmobil gemietet. Ladungssicherung ist Pflicht in Deutschland und wir Rabauken fallen genau darunter – Ladung. Für sie sind wir natürlich weit mehr und deshalb möchte sie uns auch nicht durchs mobile Heim fliegen sehen. In ihrem PKW hat sie uns mit einem Gitter gesichert und spart auf die Box, im geliehenen Wohnmobil ist leider kein Platz für beides. Also hat sie sich durch Crash-Tests und Lektüren gearbeitet, um eine für alle akzeptable Lösung zu finden. Diese lautet bei unserer Größe Anschnallgurt für Hunde.

Früher, als wir noch im Ausland waren und es keine Autogitter gab, hatten wir schon einmal welche. Wir wurden ins Geschirr gepackt und mit Hilfe eines Adapters am Gurt angeschnallt. Meistens haben wir fröhlich in eben diesem Geschirr auf der Rücksitzbank herumgetollt und uns während der Fahrt in ein Geduldsspielpaket für sie gewickelt. Wurde uns das Gurtchaos zu eng, haben wir uns dazu noch lauthals beschwert. Nicht ganz das, was es sein sollte.

Entsprechend zurückhaltend war sie mit ihrer Begeisterung, als sich heraus stellte, dass die Gurte die einzig halbwegs sichere Option nach der Box sind. Schnell war klar, es darf kein billiger Kram sein, der im Zweifelsfall bricht und uns nicht hält. Ein TÜV-Test ist angeraten.

Was gilt es zu beachten?

Nach unserer Lektüre bleiben somit nur die Modelle zweier Hersteller übrig: Kleinmetall Allsafe und Hunter BodyGuard. Für beide Modelle muss man für ein Geschirr in Größe L ca. 80 EUR aus der Tasche zaubern.

AllsafePackung

Das Allsafe war im Tierladen unseres Vertrauens vorrätig. Gleichzeitig wird es auch vom ADAC verkauft. Daher gab es für mich genau dieses Modell. Netterweise hat sich Andrea von Anwolf – Unterwegs auch mit Hund angeboten, uns für meine hübsche Freundin das (Hunter-) Geschirr zu leihen – danke noch einmal dafür!

Auf den ersten Blick scheinen beide Geschirre bereits schwer und stabil – das Allsafe vielleicht noch etwas mehr. Eine beiliegende Beschreibung erklärt hier, wie es angezogen und sicher befestigt wird. Ein Gurtstück sichert den Rabauken über zwei dicke, verschraubbare Karabiner am regulären Personengurt.

Das Hunter-Geschirr ist wie das Allsafe im Brustbereich gepolstert, lässt sich jedoch mit einer massiven Schnalle öffnen und schließen und erleichtert damit vielleicht ängstlicheren Rabauken die Gewöhnung an die Sicherung im Auto.

Aus den Empfehlungsvideos haben wir gelernt, dass das Adapterstück möglichst kurz gehalten werden muss, damit wir Rabauken im Falle einer Vollbremsung nicht in den vor uns liegenden Sitz knallen und uns und einen eventuellen Mitfahrer lebensgefährlich verletzen. Für das Wohnmobil müssen wir uns hier noch genauer anschauen, was wir mit dem Esstisch machen, fahren wir hier doch auf der Sitzgruppe mit. Idealerweise lässt der sich in der Höhe verstellen und bietet somit kein Hindernis.

Wie lief es in der Praxis?

Den ersten Test mit Gurt haben wir auf unserem wöchentlichen Road Trip gemacht. 200 km in die alte Heimat. Etwas mulmig war ihr schon zumute. Meine hübsche Freundin durfte wie gewohnt im Kofferraum mitfahren und hat die große Freiheit genossen. Für mich hat sie die Rücksitzbank mit der Schondecke eingekleidet. Durch die lässt sich das Schloss des Personengurtes dank Klettverschluss leicht führen. Dann haben wir geübt. Geschirr an, klick, Leckerli, Polizistengefühl inklusive. Ins Auto, naja, nicht ganz so elegant, das üben wir noch, trotzdem klick, drin war ich ja schließlich, Leckerli. Nah genug am Gurt sitzen, klick, you know the drill. Gurt befestigt, sitzen bleiben, etc.

Zur Abstandsmessung zum Vordersitz wurden die Leckerlies in alle erdenklichen Positionen gehalten. Leider stellte sich hier bereits heraus, was später harte Realität werden sollte: so kurz das Adapterstück auch ist – fernab vom Vordersitz werde ich nicht gehalten, da der Personengurt nun einmal bei Bewegung nachgibt. Im Sitz hinter dem (möglichst frei zu haltenden) Beifahrersitz scheint das noch ok, würde hier im Falle einer scharfen Bremsung schließlich das Rückhaltesystem eingreifen.

Kaum war das Auto fertig gepackt, ging es auch schon los. Kaum hatten wir unseren Parkplatz verlassen, habe ich mich auch schon hinter sie gerobbt. Was soll ich alleine hinter dem Beifahrersitz liegen, wenn ich doch in ihrer Nähe sein kann? Kaum lag ich hinter ihr, war sie auch schon abgelenkt. Machte sich Sorgen, dass das Rückhaltesystem so ja nicht mehr funktionieren und mich seitwärts ausbremsen würde, konnte meinem Charme nicht mehr widerstehen und dachte immer wieder darüber nach, über meine Pfoten oder Nase zu streichen. Ablenkung pur. Umso erleichterter war sie, dass wir im Wohnmobil viel weiter weg sitzen werden und sie so zumindest ihr eigenes Bedürfnis nach unserer Nähe nicht vom Fahren ablenken wird.

Als wir an der Raststätte hielten, hat sie mich vom Gurt gelöst, damit ich mich nicht selbst zum Paket schnüre, während sie kurz weg ist. Mit der neuen Übersicht und der Größe des Autos konnte ich gar nicht umgehen – ziemlich aufregend die fünf Minuten, bis sie wieder zurück war. Zumindest bin ich nicht auf den Vordersitz gesprungen. Dennoch war es für die außenstehenden Unbeteiligten sicherlich ein lustiger Anblick, zu sehen, wie sie zwischen den Vordersitzen hängend versucht hat, mich zu beruhigen und wieder nah genug am Gurt einzuparken um den Adapter zu befestigen. Natürlich habe ich sie anschließend noch einmal darauf hingewiesen, dass es ein weiteres Manko des Gurtes ist, dass man sich gegen dessen Richtung in das Geschirr schrauben kann – auf der ersten Testfahrt sollte der Rabaukenbesitzer somit einiges an Geduld und Leckerlies im Gepäck haben, um uns genug Anreiz zu bieten, korrekt zu sitzen und den Gurt auch zukünftig zu lieben.

Fazit:

Unsere Lieblingslösung wird die Sicherung mit dem Gurt nicht werden und ein kleiner Rest des mulmigen Gefühls wird uns wohl während der Fahrt begleiten. Um die Gefahr des auf der Sitzbank herum wandernden, Liebe einfordernden Rabauken einzudämmen, wird die korrekte Sitzposition nun noch auf kürzeren Strecken geübt. Dennoch sind wir froh über diese Möglichkeit der Sicherung – denn ohne kommt für uns nicht in Frage!

Allzeit gute Fahrt und natürlich

Kisses, Buddy

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